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Wach- und Schutzhunde

Wach- und Schutzhunde

Hunde sind bekannt für ihre große Loyalität zu ihrem Herrchen oder Frauchen. Dies, gepaart mit dem in den meisten Fällen vorhandenen Beschützerinstinkt, ist der Grund, warum Menschen sie seit Jahrtausenden als Wachhunde einsetzen.

Wachhunde haben eine lange Tradition
Schon im alten Rom wurden Hunde genutzt, um Eigentum zu bewachen. Schon Vergil, einer der großen Dichter Roms, sprach in seinem 29 v. Chr. erschienenen Werk Georgicavon Wachhunden. Dort schreibt er: „Niemals, wenn jene bewachen / Droht der nächtliche Dieb dem Geheg' und der stürmende Raubwolf / Niemals schreckt dich im Rücken ein unfriedsamer Iberer.“

Viele Jahre später, ungefähr vor 800 Jahren, züchteten tibetische Mönche Lhasa-Apso-Hunde, um ihre Klöster und Tempel und die darin vorhandenen Schätze zu bewachen. Durch ihr aufmerksames Wesen, ihr Misstrauen gegenüber Fremden und ihr Warnbellen eignen sich die „Löwenhunde“, wie sie oftmals genannt wurden, auch heute noch hervorragend als Hüter von Häusern und Wohnungen.

Bestimmte Rassen sind besonders gute Wachhunde
Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Hunderassen, die mit Blick auf ein ausgeprägtes Territorialverhalten gezüchtet wurden, die Aufgaben eines Wachhundes besonders gut erfüllen. Terrier zum Beispiel eignen sich ausgezeichnet, um Alarm auszulösen. Airedale Terrier, West Highland White Terrier und viele andere Arten von Terriern sowie einige Pudel- und Spaniel-Arten haben genau das richtige Temperament für die Aufgaben als Wach- und Familienhund.All diese Rassen sind bekannt für ihre Wachsamkeit und warnen ihre Besitzer durch kräftiges Bellen schnell vor Eindringlingen, sobald sie ungewöhnliche Aktivitäten wahrnehmen.

Obwohl sich viele Rassen als Wachhunde eignen, gibt es auch einige, die sich weniger anbieten. Hunde mit einem ruhigeren und gelasseneren Temperament sind als Wachhunde nicht unbedingt empfehlenswert. So ist zum Beispiel der Neufundländer oder der Bloodhoundals Wachhund oftmals ungeeignet, kann aber natürlich schier durch seine Größe abschreckend auf ungebetene Gäste wirken. Auch Rassen, die schnell nervös und aufgeregt werden, sind eher ungeeignet, da dies für einen Wachhund keine wünschenswerten Eigenschaften sind. So sind beispielsweise Border Collies in der Regel nicht als Wachhund geeignet, da sie bei zu geringer Auslastung schnell erregt werden.
Wachhunde - West Highland White Terrier

Klein, aber oho!

Entgegen der Erwartung, die viele Menschen wahrscheinlich haben, wenn es um geeignete Rassen geht, muss ein Wachhund also nicht unbedingt besonders groß oder stark sein. Ihre Rolle ist primär das Alarmieren der Bewohner, wenn Eindringlinge ihr Revier betreten. Natürlich hat ein großer Wachhund neben der Alarmfunktion auch den Vorteil, dass er beängstigend wirkt, doch Liebhaber kleinerer Hunde und Menschen mit kleinerer Wohnfläche sind mit einem handlichen, aufmerksamen Wachhund ideal beraten. Jemand der einen großen Hof oder ein betriebliches Gelände vom Hund bewachen lassen will, wird dagegen wahrscheinlich glücklicher mit einem großen Hund.

Schutzhunde sind groß und stark, beißen aber nur im absoluten Ernstfall
Im Gegenteil dazu ist eine gewisse Größe und Stärke für Schutzhunde, wie sie etwa im Sicherheitsdienst oder bei der Polizei eingesetzt werden, sehr wichtig. Diese schützen nämlich Eigentum und Hundeführer zusätzlich zur Warnfunktion auch durch Einschüchterung oder sogar das Beißen von unbefugten Eindringlingen und Personen, die eine Gefahr darstellen. Als Schutzhunde eignen sich also in der Regel große Hunde, die stark, hartnäckig und mutig sind.

Rottweiler, Deutsche Schäferhunde, Bullmastiffs und Dobermänner sind typische und weltweit beliebte Schutzhunde. Vertreter dieser Rassen gelten als besonders Intelligent, selbstbewusst, fleißig und belastbar. Jedoch brauchen sie viel Beschäftigung und Auslauf sowie eine konsequente Erziehung, was eine Wohnungshaltung ausschließt und nach einem erfahrenen Halter oder dem Besuch einer Hundeschule verlangt.

Training und Ausbildung von Wach- und Schutzhunden
Hunde, die ihr Territorium oder ihren Besitzer auch aggressiv beschützen, können natürlich sehr gefährlich sein und müssen daher speziell trainiert und erzogen werden. Der sogenannte Schutzhundesport, bei dem Hunde in privaten Hundeschulen dazu ausgebildet werden, in einen Schutzärmel zu beißen und nicht mehr loszulassen, bis er dazu aufgefordert wird, sind bei Experten und Hundehaltern extrem umstritten. Da diese privaten Angebote kaum reguliert und schwer zu überwachen sind, kann nicht garantiert werden, dass der Hund wirklich professionell ausgebildet wird. Dazu kommt, dass die Notwendigkeit eines solchen Trainings für private Haus- und Familienhunde, die nebenbei als Wachhund dienen sollen, äußerst fraglich ist. Daher sollte eine solche Ausbildung Polizeihunden und Hunden, die im professionellen Sicherheitsdienst eingesetzt werden, vorbehalten sein und nur durch absolute Profis erfolgen. Dort lernen Hunde „privat“ und „geschäftlich“ zu trennen und bedingungslos zu gehorchen.

Für Wachhunde dagegen ist ein spezielles Training in einer Hundeschule oder durch einen erfahrenen und/oder sehr interessierten Hundehalter auch für privat gehaltene Hunde mehr als empfehlenswert. Selbst bei prinzipiell geeigneten Rassen muss der angeborene Wachinstinkt oftmals noch weiter ausgebildet werden und ist meist im ersten Lebensjahr des Hundes kaum vorhanden.

Die fünf wichtigsten Punkte zum Wachhunde-Training:

1) Eine konsequente Erziehung ist notwendig, damit Gehorsam gelehrt wird und der Hund lernt, wer das Sagen hat.
2) Der Hund muss an alltägliche Situationen und Geräusche gewöhnt werden und Familienmitgliedern und häufigen Besuchern vorgestellt werden.
3) Vorhandene Ängstlichkeit muss überwunden werden, damit der Hund selbstbewusst auftritt und auch in neuen Situationen nicht übertrieben nervös reagiert.
4) Der Hund muss lernen, wann er bellen soll (ihm fremde Personen dringen zu nah in sein Revier ein) und muss auf Befehl aufhören, damit Besitzer und Nachbarn nicht mit ständigem Bellen leben müssen.
5) Hunde sollten dazu erzogen werden, keine Nahrung von anderen Menschen anzunehmen, da der Hund sonst von Einbrechern bestochen werden könnte.

Welche Hunderassen eignen sich eigentlich besonders als Wachhunde? Hier gibt es eine Übersicht.


Autorin: Hundeliebhaberin Cassandra Stocks lebt privat mit der abgebildeten West Highland Terrier Dame und schreibt beruflich für The Safe Shop über alles, was das Thema Sicherheit betrifft.
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