Lange Zeit ging man davon aus, dass Hunde keine Farben erkennen und nur in Graustufen sehen können. Nach speziellen Untersuchungen und Analysen hat sich herausgestellt, dass Hunde, ebenso wie der Mensch, ihre Umwelt farblich wahrnehmen. Allerdings ist das Farbspektrum des Hundes, verglichen mit dem des Menschen, nicht so fortgeschritten. Es ist jedoch sehr kontrastreich aufgebaut und reagiert wesentlich empfindlicher auf Licht und Bewegungen.
Farbspektrum des Hundes
Der Mensch kann ca. 200 Farbtöne unterscheiden. Hunde hingegen nehmen die Farbe Rot nicht wahr, da ihnen der zugehörige Farbrezeptor fehlt. Insgesamt ist das Farbspektrum eines Hundes im blauen Bereich angesiedelt. Generell sieht ein Hund längst nicht so scharf wie der Mensch. Sein Fokus liegt auf Bewegungen von Objekten oder Lebewesen. Man spricht hier von optischer Selektion, die darauf ausgelegt ist, sich bewegende Beutetiere in weiter Entfernung auszumachen.
Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen
Die Netzhaut (Retina) des Hundes ist zusätzlich mit einer Schicht ausgestattet, die auftreffendes Licht reflektiert (Tapetum lucidum). Dadurch ist ein Hund in der Lage bei Dämmerlicht wesentlich besser zu sehen als ein Mensch. Die fokussierten Bilder werden durch diese Schicht verstärkt, dass auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen eine ausgezeichnete Perzeption stattfindet. Sämtliche Lichtteilchen, die durch die Netzhaut gedrungen sind, werden von dieser Oberfläche nochmals auf der Netzhaut reflektiert. Das Tapetum lucidum ist beispielsweise die Ursache für die stark leuchtenden Augen von Füchsen oder Katzen, wenn sie vom Scheinwerferlicht erfasst werden.
Das Sichtfeld des Hundes
Zum Vergleich: Das menschliche Sichtfeld beträgt etwa 200 Grad. Bei Hunden hingegen liegt es bei rund 240 Grad. Dafür verantwortlich sind die seitlich stehenden Augen des Hundes. Allerdings ist sein räumliches Sehen eingeschränkt, da sich die Sichtfelder beider Augen weniger stark überschneiden als beim Menschen.