
Berlin/München. In etlichen Städten in den USA müssen seit neuestem Haustiere gegen Androhung einer Geldstrafe bis zum vierten Lebensmonat kastriert werden. Auch in Österreich ist die Kastration von Katzen, die ins Freie dürfen, zwanghaft vorgeschrieben. Hintergrund sind in erster Linie die übervollen Tierheime und die damit verbundenen Kosten. Nebenbei wird mit dieser Regelung dem Tierschutz ein großer Dienst erwiesen. In Eimern ertränkte Katzenbabys und Tierasyle voll verstörter Kreaturen dürften damit der Vergangenheit angehören.
„Eine derartige Regelung ist Deutschland längst überfällig“, so Frau Dr. Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V.. “Die Unvernunft oder Unkenntnis vieler Tierbesitzer bedarf eines Eingriffes durch den Staat. Alles ist in Deutschland geregelt, nur mit seinem Tier darf jeder mehr oder weniger machen, was er will.“ In Deutschland ist laut Tierschutzgesetz das Amputieren von Körperteilen – also auch die Kastration – zunächst sogar mal grundsätzlich verboten. Kastriert werden darf nur, wenn zu befürchten ist, dass sich das betreffende Tier unkontrolliert fortpflanzen könnte oder wenn es für die für die weitere Haltung des Tieres unerlässlich ist. In jedem Einzelfall muss der Tierarzt entscheiden, ob ein derartiger Umstand vorliegt und er somit tätig werden darf.
„Dieses Gesetz suggeriert den Tierhaltern eine Kastration sei etwas Schlimmes, dabei sprechen neben der Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung viele Gründe dafür, auch gesundheitliche“, so Frau Dr. Hölscher. Kastrierte Hündinnen zum Beispiel erkranken höchst selten an Brustkrebs. Eine ansonsten extrem häufige Tumorart beim Hund - zu spät erkannt bedeutet sie gar das Todesurteil.