
Gerlingen/Istanbul – In einem Brief an den Oberbürgermeister von Istanbul, Kadir Topbas, bitten Corinna Schumacher & PETA Deutschland e.V. um die Einhaltung des Tierschutzgesetzes für Istanbuls heimatlose Hunde und Katzen. Kadir Topbas wird gebeten, streng gegen das Vergiften von heimatlosen Tieren vorzugehen. Noch immer werde auch im Auftrag von Gemeinden gnadenlos vergiftet. Das Tierschutzgesetz von 2004 dürfe keine Farce sein. PETA Deutschland e.V. erwarte von einer Kultur- und Wirtschaftsmetropole wie Istanbul einen humanen Umgang mit Tieren. Geburtenkontrolle durch Kastration, adäquate medizinische Betreuung und zurücksetzen ins vertraute Revier sei die Lösung.
„Ich habe die Entwicklung und letztlich die Verabschiedung des türkischen Tierschutzgesetzes mitverfolgt und mich im Juli 2004 bei Premierminister Erdogan audrücklich dafür bedankt.“, schreibt Corinna Schumacher. „Das Ziel des türkischen Tierschutzgesetzes ist sicherzustellen, dass Tiere gut behandelt und vor Schmerzen und Leiden bewahrt werden und dafür möchte ich mich einsetzen“. Laut PETA Deutschland e.V. gäbe es zahlreiche Beispiele, wo Gemeinden sogar verletzte und kranke Tiere einfangen und sie anstatt zu versorgen, in kargen Gegenden aussetzen, wo sie keinerlei Überlebenschancen haben. Immer wieder finden zudem regelrechte Vergiftungsaktionen statt, selbst in städtischen Tierheimen, obwohl dies ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle. „Das sind zwar billige, keinesfalls aber akzeptable Lösungen um die Überpopulation von Hunden und Katzen einzudämmen“, so Carola Schmitt, Sprecherin von PETA Deutschland e.V. „Der momentane Umgang mit den Tieren steht im Widerspruch zum verliehenen Titel europäische Kulturhauptstadt 2010“, so Schmitt von PETA Deutschland e.V. weiter.
Corinna Schumacher, PETA Deutschland e.V. und die türkischen Tierschützer hoffen, dass der Oberbürgermeister sich persönlich dafür einsetzt, dass diese herzlosen Übergriffe auf Istanbuls Tiere (zuletzt in der Gemeinde Beykoz, wo erst am Wochenende tote Hunde, verscharrt in einer Grube gefunden wurden) sofort gestoppt und stattdessen konsequente Kastrationsprojekte zur Anwendung kommen. Nur so könne die Überpopulation von schätzungsweise 150.000 heimatlosen Hunden und Katzen auf den Straßen rund um Istanbul im Sinne des Tierschutzes gelöst werden. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WH0) spricht sich dafür aus, herrenlose Tiere gegen Krankheiten zu impfen, zu kastrieren um sie dann wieder in den vertrauten Revieren freizulassen.
Schon seit Jahren engagiert sich Corinna Schumacher zusammen mit PETA Deutschland e.V. für Tiere. Immer wieder befreit sie Hunde aus Tötungsstationen im Ausland und vermittelt sie in gute Hände. Im Jahr 2004 waren Corinna Schumacher und PETA Deutschland e.V. auch schon in der Türkei aktiv. Sie kämpften für vernachlässigte „Arbeits“-Pferde und konnten erreichen, dass die Stadt Antalya ein Gesetz zugunsten der Pferde verabschiedete. Die Einhaltung dieses Gesetzes muss jedoch nach wie vor immer wieder kontrolliert werden. PETA Deutschland e.V. und seine Schwesterorganisationen, ist mit über 1,8 Millionen Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.