Für tierliebe Bedürftige ist nun in Bremen die 19. Ausgabestelle der Tiertafel eröffnet worden. Hier kann seit Anfang Dezember jeder hingehen, der nachweislich nicht das Geld für die
Verpflegung seines Tieres aufbringen kann.
Mit dem Dienst des Vereins sollen vor allem Rentner und Arbeitslose angesprochen werden. Der Bedarf so in letzter Zeit sogar so sehr gestiegen, dass langsam das Futter knapp wird.
Claudia Hollm, selbst Hundebesitzerin, hatte vor zwei Jahren die Idee einer Tiertafel. Damals sah sie einen Fernsehbericht, in dem ein Hundebesitzer aus finanziellen Gründen sein Tier hatte abgeben müssen. Sie sah einen Grund zu handeln, denn dass jemand aus Geldmangel sein Tier nicht mehr halten kann wollte sie nicht akzeptieren.
Die Altersarmut steigt. So wird die Schicht derer, die das Angebot von Claudia Hollm und den vielen freiwilligen Helfern nutzen, schon in absehbarer Zeit größer und heterogener. Als die erste Filiale in Berlin eröffnet wurde, hatte man eine derartig große Nachfrage nicht erwartet. Sie war so groß, dass zwischenzeitlich nur eine Dose Katzenfutter pro Abnehmer herausgegeben werden konnte.
Nicht nur Menschen, die schon immer zu einer ärmeren Schicht gehörten, sondern auch ehemals besser situierte Leute schauen vorbei. Bisher sind 400 Tiere in der Kartei.
Um das Angebot nutzen zu können, braucht man als Nachweis über die fehlende Versorgungsmöglichkeit einen Rentenbescheid oder einen Bescheid der Arbeitsagentur. Natürlich muss der Hund auch selber von Zeit zu Zeit mitgebracht werden.
Das Angebot reicht über die Ausgabe von Futter hinaus. Zusätzlich wird die Gesundheit des Tieres von den freiwilligen Helfern gecheckt. Denn allen denen die vorbeikommen, ist das Tier ein wichtiger sozialer Bezugspunkt, vielleicht sogar der letzte.