Wenn man die treu dreinschauenden Welpen so sieht, kann man schon auf die Idee kommen, einen Hund zum Fest zu verschenken. Der Preis erscheint günstig, schon für unter 300 Euro bekommt man ein Tier. Das ist oft nur ein Viertel des Preises bei einem Züchter. Die Verkäufer, oft aus den Nachbarländern angereist, haben meistens mehrere Rassen im Angebot. Aus welcher Zucht sie stammen, erfährt man nicht. Vielleicht will man es aber lieber auch gar nicht wissen.
Die Aufzucht verläuft unter unwürdigen Bedingungen. In viel zu engen Zuchtanlagen bekommen die vielen Tiere nur unzureichend Nahrung und Wasser. Es wird klar, dass diese für den gewinnbringenden Handel gezeugt werden, Hündinnen dienen als reine Gebärtiere. Der in Deutschland vorgeschriebene Betreuungsschlüssel von bis zu 10 Welpen wird bei den Verkäufern nur selten eingehalten.
Wenige Wochen nach der Geburt werden die Tiere mit gefälschten oder ohne Papiere auf den Weg zu Zwischenhändlern oder Privatkunden gebracht. Die frühe Trennung von der Mutter verstört die Hunde und viele tragen einen nachhaltigen Schaden davon. Einige überleben die langen Fahrten auch gar nicht, derer Tod wird aber fest mit einkalkuliert. Die überlebenden Tiere sind meist erschöpft und krank, haben Fieber oder Würmer. Das liegt daran, dass Ihnen die vorgeschriebenen Schutzimpfungen fehlen. Einige der Hundekrankheiten werden zum Problem für den Menschen, denn sie sind übertragbar.
Die Odyssee geht dann weiter. Die neuen Besitzer merken erst nach dem Kauf, dass mit dem Hund etwas nicht stimmt. Die Verstörung der Hunde und die Angst vor übertragbaren Krankheiten sorgt für Ablehung bei den Haltern. Sie geben die Tiere weiter ins Tierheim. Die Leidtragenden sind in jedem Fall die Hundebabys.
Es wird davor gewarnt, Welpen über Anzeigen oder an verdächtig erscheinenden Orten zu kaufen.
Der Tierschutzbund empfiehlt, die Tiere bei einem Züchter zu erwerben, denn hier hat man einen Ansprechpartner und kann sich vorher Informationen einholen.