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24.08.2006
Hunde schlafen gerne im «Rudel»
Bochum - Der Border-Collie Balou schläft am liebsten im Bad, sein Sohn Ben unter Herrchens Bett und Paul, ein Jack-Russell-Terrier, schläft im Sommer erst nach einer kalten Dusche ein. Die Schlafgewohnheiten von Hunden sind unterschiedlich.

Dennoch gibt es grundsätzliche Tipps, die den Vierbeinern zu einer geruhsamen Nacht verhelfen - und damit auch ihren Herrchen. Denn wer will schon, dass der Hund nachts durch die Wohnung geistert?

«Wichtig sind die richtigen Fütterungszeiten, der letzte Gassi-Gang des Tages und ein geeigneter Platz», sagt Joachim Westermann, Hundepsychologe mit Praxis in Bochum. Die Abendportion sollte dem Vierbeiner möglichst nach dem Abendspaziergang gefüttert werden. «Geht der Hund nach dem Mahl nochmal los und ist aktiv, dann fördert das unnötig die Verdauung, und das Tier muss nachts womöglich raus.» Wichtig sei es auch, dass in der Nähe des Schlafplatzes ein Napf mit Wasser steht. «Besonders im Sommer führt Durst dazu, dass der Hund nachts stark hechelt und dann unruhig wird.»

Aber auch geregelte Bewegung kann die Nachtruhe unterstützen. Der Hund sollte laut Joachim Westermann mindestens drei Mal am Tag raus: früh am Morgen, mittags und kurz bevor das Herrchen selbst ins Bett gehen will. «Das Tier sollte bei diesen Spaziergängen ausgelastet werden», sagt der Hundepsychologe. Das bedeute nicht nur körperliche Anstrengung oder Stunden langes Laufen. «Der Hund muss beschäftigt werden, etwa mit Sprüngen oder dem Balancieren über Baumstämme.»

Hält sich das Herrchen daran, ist das Tier auch nach eher kurzen Gassi-Gängen gut gefordert - und abends entsprechend müde. «Grundsätzlich trägt eine geistige Forderung des Hundes zu längeren Ruhephasen bei», sagt der Hundepsychologe Martin Rütter aus Erftstadt (Nordrhein-Westfalen), der auch als Hundetrainer im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftritt.

Der Schlafplatz sollte nach Worten beider Experten an einer Stelle sein, die dem Hund tatsächlich Entspannung ermöglicht. «Bereiche in einer Wohnung oder einem Haus, an denen immer viel los ist, sind ungeeignet. Zimmerecken, in die sich der Hund zurückziehen kann, sind zu empfehlen», sagt Martin Rütter. Die ideale Lösung sei ein Platz im Schlafzimmer seiner Menschen - denn Hunde schlafen am liebsten im «Rudel». «Manche können es als Ausgrenzung empfinden, wenn sie nachts ausgesperrt werden.»

Herrchens Bett ist dabei nicht tabu - vorausgesetzt, es gibt keine Dominanzprobleme. «Solange klar ist, wer im Haus der Chef ist, ist es kein Problem, den Hund ins Bett zu lassen, wenn man das möchte», sagt Westermann. Nach Rütters Worten ist das aber in vielen Fällen alles andere als klar: «Realistischerweise muss gesagt werden, dass es in der Beziehung zwischen Mensch und Hund oft viele Fragezeichen gibt, die zuerst geklärt werden sollten, bevor der Hund Privilegien wie Im-Bett-schlafen erhält.»

Bei Körbchen, Kissen oder Decke selbst ist das Material wichtig: «Hier sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden», erläutert Joachim Westermann. Durch eine schlechte Unterlage bekomme das Tier unter Umständen Liegeschwielen. Gut geeignet seien etwa Dinkelkissen. «Werden die Körbchen angeknabbert, kann das gesundheitsgefährdend sein», warnt Martin Rütter.

Tobt der Hund trotz richtiger Fütterungs- und Spaziergangszeiten sowie einem gemütlichen Schlafplatz nachts durch die Zimmer, kann das ein Signal für eine ernste Krankheit sein. «Dann sollte man unbedingt zum Tierarzt gehen, womöglich hat das Tier Schmerzen», rät Joachim Westermann.

Eine besondere Situation für Herrchen und Hund sind Nächte auf Reisen: «Dann ist es sinnvoll, eine gewohnte Umgebung zu schaffen», sagt Buchautor Mark Hofmann aus Bernried (Bayern). Wenn das Körbchen nicht ins Auto passt, sollte auf jeden Fall das Kissen oder die Decke des Hundes im Gepäck sein. Im Hotelzimmer wird dann am besten gleich eine Hundeecke eingerichtet, in der das Tier seine Ruhe hat und die sich im Laufe der Reise auch nicht mehr verändert.

Bei einem Campingurlaub kann der Hund nach den Erfahrungen von Hofmann mit ins Zelt - oder auch im Auto schlafen. «Das ist unproblematisch, wenn der Hund das gewohnt ist und es nicht zu warm ist». Wer sich im Ernstfall Stress ersparen will, probiert das Übernachten an ungewohntem Ort mit seinem Hund einmal am Wochenende aus - und fährt nicht gleich vier Wochen lang mit dem Vierbeiner in einen Abenteuerurlaub.


Weitere Infos finden Sie hier: http://www.lvz-online.de/ratgeber/tiere/4372_78054
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