
Reichelsheim, 20.06.2007. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) begrüßt die Entscheidung des Europäischen Parlamentes zu einem europaweiten Import- und Handelsverbot für Hunde- und Katzenfelle. Das Parlament votierte hierbei ganz klar gegen die von der EU-Kommission vorgesehenen Ausnahmeregelungen. Beschränkte Ausnahmen werden künftig nur für Katzen- und Hundefelle gelten, „die zu Unterrichtszwecken oder für Tierpräparationen eingeführt und in Verkehr gebracht werden". Mit einer Veröffentlichung der Verordnung wird nach der Sommerpause gerechnet. Das Import- und Handelsverbot mit Katzen- und Hundefellen gilt ab 31. Dezember 2008.
„Alles in allem ist die jetzige Entscheidung, trotz der zulässigen Ausnahmeregelungen, ein Erfolg für den Tierschutz“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter des bmt-Landesverbandes Hessen. „Wir haben den Handel mit Hunde- und Katzenfellen jahrelang entschieden bekämpft und sind mit der nun getroffenen Entscheidung zufrieden.“ Noch im vergangenen Herbst hatte der bmt eine bundesweite Protest-Postkarten-Aktion für ein Import- und Handelsverbot gestartet.
„Wir freuen uns über diese wichtige politische Entscheidung, die künftig millionenfaches Tierleid verhindert“, so Mike Ruckelshaus.
Hintergrund:
Etwa zwei Millionen Hunde und Katzen werden jährlich in asiatischen Ländern wie China, Thailand, Korea und den Philippinen für die Gewinnung von Fellen und Häuten unter unbeschreiblich grausamen Bedingungen getötet. Die Tiere werden erschlagen oder bei vollem Bewusstsein mit Drahtschlingen stranguliert, damit die Felle nicht beschädigt werden. Vielfach werden die Tiere noch bei lebendigem Leibe gehäutet. Die Felle werden zu Pelzmänteln, Kragenbesätzen, Rheumadecken, dekorativen Accessoires sowie Applikationen auf Jacken und Schuhen verarbeitet. Nachdem die USA im Jahr 2000 ein Importverbot beschlossen haben, konzentriert sich der Handel mit Hunde- und Katzenfellen auf Europa. Da weder diese Felle noch andere Pelze derzeit nicht gekennzeichnet werden müssen, wird sich der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. auch weiterhin für eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Pelzprodukte einsetzen.