Augen auf beim Hundekauf

   Jack Russell Terrier, Welpe

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Unter diesem Aspekt spielen Viele mit dem Gedanken, sich einen solch treuen und kuscheligen Begleiter zuzulegen. Inspiriert durch die niedlichen Hunde aus Film und Fernsehen geht es auf die Suche nach dem neuen Familienmitglied. Leider spielen dabei oft optische Aspekte die entscheidende Rolle. Wer kann den großen runden Augen eines Welpen schon widerstehen und wenn der Süße dann auch noch knuddelig aussieht, ist die Kaufentscheidung meist gefällt. So ein Kauf kann dann schnell zum Desaster werden und aus dem Kuschelhund wird ein Haustyrann.

Die Rasse ist entscheidend

Bevor ich mir meinen ersten Hund kaufe, ist es ratsam, mir zuvor einige grundlegende Dinge vor Augen zu führen. Schließlich wird mich der Hund für viele Jahre begleiten und mein bisheriges Leben wesentlich beeinflussen. Daher ist besonders wichtig, dass der Hund auch vom Charakter her zu mir und meiner Familie passt. Der Charakter eines Hundes richtet sich vor allem nach dessen Rasse. Es gibt Rassen, die besonders hohe Anforderungen an die Tierhalter stellen. Dazu zählen zum Beispiel Hunderassen mit einem ausgeprägten Bewegungs-und Beschäftigungsdrang wie der Collie, Huskie oder Windhund. Insbesondere Hunderassen, die für einen ganz bestimmten Aufgabenbereich gezüchtet wurden, gehören dazu. So sind der Border Collie oder der Australien Shepherd exzellente Hütehunde und der Deutsche Vorsteher ein traditioneller Jagdhund. Doch diese Tiere brauchen neben viel Auslauf auch bestimmte Aufgaben, die sie täglich erfüllen müssen und auch erfüllen wollen. Ohne ihre Aufgaben verkümmern diese Hunde unter Umständen. Daher sollten sie nicht in ungeübte Hände fallen. Wer nun denkt, kleinere Hunde seien nicht so anstrengend und anspruchsvoll, täuscht sich gewaltig. Vor allem Terrier werden oft verkannt. Terrier sind verhältnismäßig klein und mancher von ihnen wie der Jack Russell oder der Australian Silky Terrier haben durch aus einen Kuschelfaktor. Wer allerdings schon mal mit einem Terrier Bekanntschaft gemacht hat, kennt das kantige Wesen dieser knuffigen Hunde. Der Ausdruck „stur wie ein Terrier“ beschreibt die Eigenschaften der Rasse sehr gut.

Paradebeispiel Jack Russell Terrier

Ein Paradebeispiel ist der Jack Russell Terrier. Dieser süße Hund weckt in einem den Wunsch, ihn den ganzen Tag auf dem Arm herumzutragen und zu knuddeln. Der Jack Russell sucht zwar auch die Nähe seines Menschen und ist für ausgiebige Schmusestunden bereit, aber der Jack Russell ist ein Terrier durch und durch. Spielen und schmusen genügen einem echten Terrier wie dem „Jackie“ nicht. Sie sind schlaue und sehr lebhafte Hunde, die viel Auslauf benötigen. Ein Garten ersetzt da keinen ausgiebigen Spaziergang. Sie lieben den Kontakt zu anderen Hunden und tägliche Kopfarbeit ist ein Muss. Am liebsten stehen sie im Mittelpunkt der Familie, daher sind sie auch nicht gerne mehrere Stunden allein. Werden ihre Bedürfnisse nicht erfüllt, neigen die Terrier generell zu Verhaltensauffälligkeiten wie Bissigkeit und Verfremdung. Manche Hunde werden unter solchen Lebensumständen sogar krank, was direkt zum nächsten Thema führt. Auch kleine „Schmusehunde“ werden mal krank und der Weg zum Tierarzt ist unter Umständen sehr teuer. Wer nicht bereit ist, für den Arztbesuch Geld auszugeben oder die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung hat, sollte sich den Kauf eines Hundes gut überlegen.

Kaufkriterien

Also gilt unbedingt „Augen auf beim Hundekauf“. Für fast alle Hunderassen gibt es Hunde werden von vielen Züchtern angeboten. Doch welcher Züchter. Durch die Medien ist hinreichend bekannt, dass es viele unseriöse Züchter gibt. Beim Verband Deutscher Hundezüchter (VDH) gibt es Zuchtverzeichnisse für fast alle Hunderassen. Diese Züchter werden vom Verband kontrolliert und gelten daher in der Regel als vertrauenswürdig. Doch dennoch sollten zukünftige auch hier die Augen offen halten.
So sollten die beim Züchter zum Kauf angebotenen Hunde genau beobachtet werden, denn aus dem Verhalten der Tiere lassen sich oft Hinweise auf den Charakter ableiten. Ist die Mutter der Welpen beispielsweise ängstlich, wird sich das in den meisten Fällen auch auf die Welpen übertragen. Es ist recht schwierig, einem charakterlich ängstlichen Hund glücklich zu machen.

Das Gleiche gilt für Hunde, die von der Rasse her nicht in Anfängerhände gehören. Welche Charaktereigenschaften eine bestimmte Rasse hat,  in einschlägiger Literatur nachgelesen oder bei den entsprechenden Rasse-Verbänden erfragt werden. Auf keinen Fall sollte man sich einen Hund kaufen, ohne sich vorher genau zu informieren und in sich zu gehen, welche Ansprüche man selbst an das Tier stellt und wie erfahren man im Umgang ist.

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