Unfälle auf Weiden: Vom richtigen Umgang mit Kuhherden beim Wandern

   Unfälle auf Weiden

Immer wieder werden Unfälle von Wanderern mit Kühen gemeldet. Dabei sind Kühe eigentlich äußerst friedfertige Tiere – mit einem sehr starken Mutterinstinkt. VIER PFOTEN rät, Kuhherden generell zu meiden und gibt Tipps für einen gelungenen Wanderspaß.

Biologisch betrachtet, sind Rinder Fluchttiere, die bei Gefahr weglaufen. Nur, wenn es keinen Fluchtweg gibt oder sie ihre Jungtiere verteidigen, können diese so friedlichen Tiere auch mit einem Angriff reagieren. Kühe haben einen sehr starken Mutterinstinkt, deshalb sollten Wanderer Muttertiere und ihre Kälber meiden. Viele Zwischenfälle, bei denen Wanderer verletzt wurden, hätten auf diese Weise vermieden werden können.

Wanderrouten vorab planen
„Es hilft bereits, sich ein paar einfache Regeln zu Herzen zu nehmen, um eine Wanderung auch ohne unerfreuliche Zwischenfälle genießen zu können. Am besten klärt man schon vor der Wanderung ab, ob diese über Weiden führt und sucht gegebenenfalls nach alternativen Routen. Das gilt vor allem, wenn Hunde mit von der Partie sind”, rät Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin und Nutztierexpertin bei VIER PFOTEN.

Hunde anleinen
Beim Wandern sollte man markierte Wege nicht verlassen. Ist die Überquerung einer Weide unvermeidlich, sollte man sich ruhig verhalten und Hunde unbedingt anleinen. „Hunde haben ein angeborenes Abwehrverhalten, was dafür sorgen kann, dass eine ursprünglich friedfertige Kuhherde bedrohlich reagiert. Auch lärmendes Verhalten, das Imitieren von Kuhlauten und ruckartige Bewegungen bzw. spontanes Umherlaufen sollten in jedem Fall unterlassen werden”, rät Ina Müller-Arnke.

Abstand halten
Die Begegnung mit Tieren in der freien Natur ist ein beeindruckendes Erlebnis und kann den Wunsch nach Kontakt bewirken. Doch auch wenn das Kälbchen noch so herzig scheint, darf es nicht berührt oder gefüttert werden, da dies den starken Schutzinstinkt seiner Mutter vermehrt wecken könnte. Vielmehr ist generell zu allen Rindern auf der Weide größtmöglicher Abstand zu halten.

Warnsignale beachten
Die Körperhaltung der Tiere ist sehr aufschlussreich. „Ein Senken des Kopfes in einer Konfrontation ist eine eindeutige Drohgebärde. In einem solchen Fall sollte man so ruhig wie möglich zurückweichen und die Alm verlassen. Außerdem ist es ratsam, den Hund von der Leine zu nehmen, sollte eine Kuh ihre Drohung wahrmachen”, empfiehlt die Expertin.

Berücksichtigt man diese wenigen, einfachen Verhaltensregeln, so kann ein Restrisiko, das bei einem Zusammentreffen mit Tieren nie ganz auszuschließen ist, minimiert werden. Ein respektvoller Zugang zur Natur und ihren Lebewesen ist jedenfalls die beste Voraussetzung für ein Wandervergnügen.

Weitere Informationen rund um das Thema Nutztiere finden Sie unter:
https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/nutztiere

Vier Pfoten

Vier Pfoten

ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Österreich und Büros in 14 weiteren Ländern. Die 1988 von Helmut Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen, zum Beispiel Streunerhunde und -katzen, Nutz-, Wild- und Heimtiere aus nicht artgemäßer Haltung. VIER PFOTEN sorgt für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.
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