Vegetarisches Hundefutter

Vegetarisches Hundefutter - Genauso wertvoll wie Fleischkost?
Die Anzahl der der Vegetarier hat in den letzten zwei Dekaden weltweit kontinuierlich zugenommen. Anfang 2013 legte der Berliner Vegetarierbund auf der Basis von Erhebungen des Instituts für Demoskopie Allensbach für Deutschland aktuelle Zahlen vor: Demnach gibt es in der Bundesrepublik derzeit rund sieben Millionen Vegetarier, deren Zahl damit fünfzehn Mal höher ist als noch vor 20 Jahren. 700.000 von ihnen leben absolut vegan, verzichten also völlig auf tierische Produkte. Nach den Angaben des Vegetarierbundes kommen bundesweit pro Tag etwa 2.000 neue Vegetarier hinzu.

Die Gründe für die Entscheidung für ein vegetarisches Leben finden sich in den diversen Fleischskandalen oder in grundsätzlichen ethischen Bedenken gegenüber dem Verzehr von Fleisch. Für viele Menschen spielen auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle, nachdem durch diverse Studien nachgewiesen wurde, dass Vegetarier oft körperlich fitter und gesünder sind. Zu Kontroversen kann es führen, wenn sie meinen, dass die Vorteile einer vegetarischen Ernährung auch ihren Haustieren zugutekommen sollten. Hundebesitzer müssen sich in diesem Fall vor allem auf eine Frage vorbereiten: Einen Hund vegetarisch ernähren - geht das überhaupt?

Ist vegetarisches Hundefutter unnatürlich?
Das Argument, dass Gegner einer vegetarischen Ernährung für Hunde fast unvermeidlich äußern werden, besteht darin, dass diese unnatürlich sei. Hunde seien nun einmal als Fleischfresser geboren und könnten ohne Fleisch weder gesund noch artgerecht gehalten werden. In der Praxis trifft diese Feststellung nicht in dieser Absolutheit zu. Durch das Zusammenleben mit dem Menschen haben sich Hunde schon sehr früh an die menschliche Ernährung angepasst und sind heute de facto Omnivoren (Allesfresser). Historisch haben viele Hunde vermutlich eher selten Fleisch erhalten, sondern wurden vor allem mit den fleischlosen Resten menschlicher Mahlzeiten ernährt.

Der Fleisch-Fokus beim Hundefutter ist erst in den letzten Jahrzehnten zusammen mit der Etablierung der industriellen Herstellung von Tiernahrung entstanden. Industriell produziertes Hundefutter ist zwangsläufig nur bedingt natürlich, sondern - ebenso wie viele menschliche Lebensmittel - mit synthetischen Farb-, Wirk- und Aromastoffen angereichert.
Vegetarisches Hundefutter
Ist ausgewogene Hundeernährung auch vegetarisch möglich?
Die Bewertung als natürlich oder unnatürlich sollte daher bei der Bewertung einer vegetarischen Hundeernährung keine Rolle spielen. Art- oder vielmehr tiergerecht ist Hundefutter dann, wenn der Hund es gern frisst und alle lebensnotwendigen Nähr- und Inhaltsstoffe darin enthalten sind. Vegetarisches Hundefutter kann diese beiden Anforderungen durchaus erfüllen. Hunde mit Haut- und Fellproblemen, einem sensiblen Verdauungstrakt oder Allergien profitieren oft erheblich von einer vegetarischen Ernährung. Eine Untersuchung der Tierschutzorganisation PETA kommt sogar zu dem Ergebnis, dass vegetarisch ernährte Hunde seltener an Infektionskrankheiten oder Krebs erkranken.

Kritiker von vegetarischem Hundefutter führen oft ins Feld, dass die Verdauung des Hundes auf Fleischnahrung ausgerichtet sei und vegetarische Nahrung daher nicht ausreichend verwerten könnte. Allerdings handelt es sich bei vegetarischem Hundefutter nicht um rohe Pflanzenkost, sondern um gekochte und gebackene Nahrung. Für vegetarisches Fertig-Hundefutter ermittelte der Deutsche Tierschutzbund eine ähnlich ausgewogene Bilanz von Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen wie sie zuvor durch die Stiftung Warentest zuvor für fleischhaltige Alleinfuttermittel für Hunde nachgewiesen hatte.

Umstellung auf vegetarisches Futter - langsam und im Hunderhythmus
Wer sich entschlossen hat, seinen Hund auf eine vegetarische Ernährung umzustellen, sollte dies langsam und im Rhythmus seines Hundes tun. Am besten ist es, das vegetarische Hundefutter zunächst in kleinen Mengen zusätzlich zum gewohnten Futter anzubieten und dieses dann schrittweise durch die fleischlose Nahrung zu ersetzen. Wenn der Hund das neue Futter mag und gesundheitlich gut verträgt, ist gegen eine vegetarische Fütterung auch langfristig nichts einzuwenden. Wenn der Hund in den Wochen und Monaten nach der Umstellung weniger gesund, aktiv und glücklich wirkt, muss der Tierarzt abklären, ob die vegetarische Ernährung hierbei eine Rolle spielt. Wer das vegetarische Hundefutter selber kocht, sollte außerdem sehr gute Kenntnisse über die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse von Hunden haben, um eine ausgewogene Ernährung zu garantieren.

Ob eine fleischhaltige oder vegetarische Ernährung für den Hund das Beste ist, lässt sich nicht pauschal bewerten. Bei hochwertigem vegetarischem Hundefutter erhält der Hund auf alle Fälle, was er zum Leben und für seine Gesundheit braucht. Ein Hund, der - wenn er selbst entscheiden dürfte - offensichtlich fleischhaltige Kost bevorzugt, sollte jedoch nicht zu einer vegetarischen Ernährung gezwungen werden.
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Kommentare


Antonia Marie Haile schrieb am 19.04.2016 - 18:56 Uhr
Hei Leute suche Rezepte zum selber Kochen für meine beiden Chiwauwau Vegetarisch oder Vegan, wer hat damit erfahrung.
Alles die die sich aufgefordert fühlen mir mitzuteilen das das Tierqulerei ist haben mein tiefstes Mitgefühl für ihre einstellung, am besten geht ihr dann mal in die Fleischproduktionshäuser, Masstierhaltung auch genannt und schaut euch die Ehrnährung so wie die Haltung, den Transportweg sowie das Töten an. Danke
Avi schrieb am 01.12.2015 - 16:45 Uhr
Liebe Vroni,

dürfte ich dich fragen, wo du die veganen Rezepte her hast. Ich weiß nicht ob ich meinen Hund darauf umstellen kann, aber ich würde mich gern besser da einlesen wollen.
Danke
Avi
Vroni schrieb am 09.01.2014 - 17:37 Uhr
Vielen Dank für diesen Artikel. Ich selber habe eine große Mischlingshündin, die ich seit Jahren vegan ernähre. Sie ist kerngesund, das sieht man ihr an und das wird auch vom Tierarzt und im Blutbild bestätigt.
Es wird wohl noch eine weile Dauern, bis wir eine mitfühlende und verantwortungsvolle Gesellschaft werden, deren Tierliebe nicht beim eigenen Haustier aufhört. Ich habe Verständnis für die Leute, die Angst haben von Ihren alten Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Jedoch bin ich mir sicher, dass diese Menschen durch Artikel wie diesen und positive Beispiele, zum Nachdenken gebracht werden und vielleicht irgendwann ihr Tun hinterfragen und den Mut haben neue sinnvolle Wege zu gehen. Es ist nie zu spät !
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